Gesunde Tiere – Gesunde Menschen – Gesunde Umwelt

VSF-Suisse hat ein Gesicht! Lernen Sie Eddy Botela kennen.

VSF-Suisse, 06.03.2012

VSF-Suisse hat ein Gesicht!

 

Im Jahr 2012, porträtieren wir die Leute, welche Vétérinaires Sans Frontières Suisse ausmachen, unsere Mitarbeiter. Nach unserer Geschäftsführerin, Bonny Wilkinson, lernen Sie nun Eddy Botela, unserem lokalen Projektkoordinator in der Demokratischen Republik Kongo kennen. Der ausgebildete Ökonom ist seit 10 Jahren unverdrossen und mit grossem Enthusiasmus für Vétérianires Sans Frontières Suisse im Einsatz. Während einer Projektreise vor Ort, hat ihn unsere Mitarbeiterin Nicole Litschgi in Goma getroffen.

 

 

Sie sind ausgebildeter Ökonom, was hat Sie dazu geführt für VSF-Suisse zu arbeiten?
Damals war VSF-Suisse auf der Suche nach einem Projektmanager und weniger nach einem Veterinärmediziner. VSF-Suisse hatte erkannt, dass die Kompetenzen diversifiziert werden müssen und es nicht reicht, sich ausschliesslich auf Veterinärmediziner zu verlassen, vor allem als es darum ging einkommensgenerierende Projekte im Bereich der Viehwirtschaft einzuführen und zu managen. Damals wurden die Projekte im Kongo und in Ruanda vom VSF-Suisse Regionalbüro in Nairobi aus gesteuert. Aufgrund eines wachsenden Projektvolumens, wurde schliesslich ein zweites Regionalbüro für die Region der Grossen Seen in Goma eröffnet welches Ruanda, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Burundi abdeckte. Ich wurde für die wirtschaftlichen Aspekte rekrutiert, mit dem Ziel durch Viehwirtschaft Einkommen zu erzielen, die Menschen auf die Rentabilität der Viehwirtschaft und der Vermarktung der Produkte auszubilden.
Sie feiern dieses Jahr ein Jubiläum – 10 Jahre mit VSF-Suisse. Was hat Sie in den letzten 10 Jahren motiviert? Warum sind Sie unserer Organisation treu geblieben?
Was mich zur Treue bewogen hat, ist das Arbeitsklima. Das ganze Team setzt sich für ein angenehmes und familiäres Arbeitsklima. Hinzu kommt, dass die Organisation relativ jung ist, und dadurch Platz für Innovation besteht. Im Vergleich zu anderen Organisation, wo alle Prozesse und Inhalte bereits definiert sind, ist diese Möglichkeit zur Innovation ein starkes Plus von VSF-Suisse. Aber was mich letztlich vorwärts treibt - mein Motor sozusagen - ist das Gefühl, dass die Begünstigten Erwartungen an uns haben. Es sind immense Bedürfnisse vorhanden auf welche wir eingehen müssen. Beispielsweise unsere Reintegrationsprojekte für ehemalige Kindersoldaten; diese müssen einen wirtschaftlichen Nutzen aus der Kleintierzucht generieren, ebenso die Projekte zur Unterstützung von Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden.
Können Sie uns ein wenig über die aktuellen Projekte von VSF-Suisse im Kongo erzählen?
Zurzeit implementieren wir zwei Projekte: die Projekte zur Reintegration der ehemaligen Kindersoldaten, von welchen eines ausschliesslich Mädchen unterstützt. Das Ziel der beiden Projekte ist es, die Lebensgrundlage der Haushalte dieser Mädchen und Jungen zu stärken. Der Hauptgrund warum sich die Kinder den bewaffneten Gruppen anschliessen ist die Armut. Folglich geben wir den Familien 7 Geissen und einen Bock, um ihnen zu ermöglichen ein kleines Einkommen zu erwirtschaften. Wir bauen ihre Kompetenzen im Bereich Kleintierzucht, Produktion und Verkauf aus, indem wir ihnen beispielsweise abraten, ihre Tiere lebend zu verkaufen, da sie mit dem geschlachteten Fleisch einen grösseren Gewinn erzielen können.
Welchen Herausforderungen stehen Sie in ihrer täglichen Arbeit gegenüber?
Die grösste Herausforderung für mich ist Leute dazu zu bringen ihre Mentalität zu ändern. Gewisse Gewohnheiten ergeben keinen Sinn, doch die Leute führen sie weiter, so wie sie das immer schon gemacht haben. Beispielsweise brennen die Leute ihre Felder vor der Ackerarbeit ab, im Glauben so den Ertrag des Feldes vergrössern zu können. In Wirklichkeit aber werden die verschiedenen Organismen welche in der Erde leben und bestimmte Funktionen ausüben getötet und die Qualität des Bodens verschlechtert sich. Doch wie bringt man die Leute dazu diese langjährige Gewohnheit zu ändern? Ein weiteres frappantes Beispiel: in den Gemeinschaften in der Region Kivu im Kongo, werden die Mädchen von allen wichtigen Entscheidungen in der Familie ausgeschlossen, so auch von der Kleintierzucht. Wir sind bemüht Mechanismen einzuführen, welche die Familien dazu führe, den Mädchen in der Kleintierzucht mehr Verantwortung zu übergeben, um auch ihnen eine Zukunft zu schenken. Schliesslich, finde ich es besonders schwierig mitanzusehen, wie es gewisse Begünstige nicht schaffen, Profit aus ihrer Herde zu ziehen trotz unserer Sensibilisierungsarbeit, Ausbildung und unserer kontinuierlichen Unterstützung. Auch wenn dies eher Einzelfälle sind, sind sie doch schwierig zu akzeptieren.
Welches sind die grössten Freuden welche Sie in ihrer täglichen Arbeit erleben dürfen?
Am meisten erfüllt mich zu sehen, wie es die Begünstigten dank unseren Projekten schaffen, ihre Lebensbedingungen grundlegend zu verändern. Und auch, wenn ich feststellen darf, dass ein Projekt welches wir ausgearbeitet und implementiert haben, sehr gute Resultate produziert – dies ist wirklich eine grosse Genugtuung für mich.
Was möchten Sie der Schweizer Bevölkerung mitteilen, welche uns unterstützt?

Was ich mit der Schweizer Bevölkerung teilen möchte, ist der ausgesprochen grosse Wert welchen die Viehwirtschaft für die afrikanischen Völker hat. Für viele Völker aus den ländlichen Regionen bedeutet die Viehwirtschaft alles. Sie steht für einen verbesserten Zugang zur Gesundheit, Bildung, Nahrung und Einkommen – sie bedeutet wirklich alles. Tatsächlich ist die Viehwirtschaft unumgänglich um die verschiedenen Bedürfnisse der armutsbetroffenen Bevölkerung stillen zu können. Dies macht die Arbeit von Vétérinaires Sans Frontières Suisse unabdingbar.

 

 

Tags: Afrika  DRK  Kindersoldaten  VSF-Suisse  Ziegen 
Kategorien:

Sabine Gmür

15.08.2012
Ich bin im Migros Magazin auf sie gestossen. Ich habe einen Neffen mit 4 Jahren Tierarzt studium, und zwei Tiernahrungstudium, die er beide abgebrochen hat. Sein Interesse liegt jedoch immer noch da. Er ist Doppelbürger Schweiz/Italien spricht auch etwas Deutsch. Hätten sie eine Arbeit, Praktikum für ihn. Oder sehen sie eine andere Möglichkeit. Er ist 27 Jahre alt und wohnt in Mailand. Vielen Dank für ihre Rückantwort. Liebe Grüsse Sabine Gmür

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